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Interview mit Großmeister Bill Newman

Großmeister Bill Newman - "Ich bin mit dem Escrima verheiratet"

WTW: Großmeister Bill, du bist Gastprofessor der Kampfkünste. Wie bekamst du den Titel und welche Verantwortung hast du damit übernommen?

GM Bill Newman: Der Professortitel wurde mir von der bulgarischen Universität in Plovdiv verliehen. Als Repräsentant der EWTO unterrichte ich dort regelmäßig oder schicke Leute dorthin, um Escrima bekannt zu machen. Es ist ein Privileg und macht viel Spaß.

Die Leute der Universität, da bin ich sicher, sind froh, dass sie mich haben, sonst würden sie mich nicht einladen. Sie wissen, dass ihr Land im Begriff ist, sich zu öffnen. Ich denke, einer der Gründe, weshalb wir dort eingeladen wurden, ist, dass die jungen Leute dort sehen wollen, wie wir aussehen, was wir tun, was unsere Botschaft ist. Für mich bedeutet die Möglichkeit, dorthin zu gehen, eine persönliche Erfahrung. Und ich fühlte mich sehr geehrt, dass man mir den Ehrentitel eines „Gastprofessors“ verliehen hat. Ich werde weiterhin versuchen, so oft wie möglich dorthin zu gehen. Und ich werde alle Leute, die ich treffe, wissen lassen, dass es dort eine Universität gibt, an der Kampfkünste außerordentlich hoch geschätzt werden.

WTW: Und das Wissen, das du dort weitergibst, ist mehr oder weniger dasselbe, das du hier unterrichtest?

GM Bill Newman: Ohne Zweifel. Es gibt kein ein-, zwei- oder dreigliedriges System – mit Ausnahme für die Polizei und der Sicherheitskräfte, auf deren Bedürfnisse einige Teile des Systems zugeschnitten sind.

WTW: Gibt es zur Erlangung einer Graduierung auch eine mündliche und schriftliche Prüfung?

GM Bill Newman: Noch nicht bei den Schülergraduierungen – aber sobald sie auf der Technikerebene sind, dann gibt es natürlich eine theoretische Prüfung. In der Zukunft kann es auch einen theoretischen Teil für jeden Schülergrad geben.

WTW: Wenn du auf deine zahlreichen Seminare in der ganzen Welt zurückblickst, müssen doch bei bestimmten Ländern und Kontinenten eine Menge Erinnerungen wach werden. Was verbindest du spontan mit Kontinenten wie beispielsweise Afrika?

GM Bill Newman: Ich habe ziemlich viele Erinnerungen an Afrika. Eine davon ist das regelmäßige Ausreiten mit Freunden, die mir erzählten: „Sei vorsichtig und nimm dich vor Löwen in Acht! Löwen fressen gerne Pferde.“ Natürlich hatten sie sich einen Spaß erlaubt, denn wir waren nicht in Löwengebiet. Doch trotzdem hatte ich ein paar ängstliche Momente, bevor ich merkte, dass sie mich gehörig verladen hatten und es in Durban überhaupt keine Löwen gab.
Ich erinnere mich an das Leben auf einer Farm für ein paar Wochen; Spinnen so groß wie Teller. Einmal kam ich um Hilfe rufend aus dem Bad gelaufen mit den Worten: „Da ist ein Ding im Bad, das sieht aus, als wenn es vom Mars auf dem Spiegel gelandet wäre.“ Nachdem sie sich das Ding im Bad angesehen hatten, meinten sie: „Nein, das ist ein Haustier. Es ist eine Skorpionspinne, die Fliegen und Ähnliches frißt. Du kannst sie wie eine Katze oder einen Hund halten.“ Das war eine riesige Spinne.
Ich erinnere mich auch an Speikobras, echt gefährliche Schlangen. Und daran, dass ich mit echten Soldaten zum Paintballshooting ging. Nicht mit Pfadfindern oder Spielzeugsoldaten, und die zeigten mir dann, dass ich im Gefecht in ernsten Schwierigkeiten gewesen wäre.
Dabei wird einem recht schnell klar, dass es reines Glück bedeuten würde, wenn man einem ausgebildeten Mann gegenüberstünde und überlebte. Und ein gut ausgebildeter Mann ist einem Untrainierten stets überlegen. Das gilt für WT ebenso wie für Escrima oder sonst etwas. Es bedeutet nicht notgedrungen, dass man gewinnt, aber es erhöht deine Chancen immens.

WTW:
Du hast sogar Zulus getroffen, als du in Afrika warst.

GM Bill Newman:
Ja, ich habe Zulus kennengelernt. Das sind sehr harte Kerle. Man könnte die Kampfmethode der Zulus nicht auf unsere westliche Situation übertragen. Denn die Zulukämpfer schlagen sich wirklich!
Wenn wir in Europa oder Amerika von Vollkontakt sprechen, können wir das eigentlich vergessen im Vergleich mit diesen Kerlen. Sie müssen eine andere Schmerzgrenze haben. Sie nehmen gebrochene Knochen mit der gleichen Gelassenheit hin wie wir einen gestauchten Zeh oder ein umgeknicktes Fußgelenk. Sie gebrauchen ihre Fertigkeiten für verschiedene Ziele. Ich habe mich mit den Zulus ausgetauscht. Sie hatten ihre Stöcke und ich hatte meine.

WTW:
Wie werden sie mit den Schmerzen fertig? Versetzen sie sich in einen Trancezustand?

GM Bill Newman:
Ich hatte wirklich keine Zeit, um dahinter zu kommen. Aber ich denke, das Ganze wird klarer, wenn man mit Leuten spricht, die in so einer Umgebung groß geworden sind. Wenn wir innerhalb eines Tages ein Zehntel der Strecke zu Fuß zurücklegen würden, die diese Menschen bewältigen, dann wären wir verkrüppelt. Ihre Füße sind daran gewöhnt. Sie haben eine höhere Schmerzgrenze und sie treten auch nicht auf Dinge, auf die wir treten würden. Während sie es schaffen, diesen Dingen auszuweichen, würden wir es schaffen, darauf zu treten. Vielleicht ist auch ihre Haut dicker, denn wenn man siehst, wie sie aufeinander einschlagen, dann möchte man keinem gegenüber stehen.


Kontakt:
info@wt-maintal.de
Trainerhotline: 0172 6972827